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Finanzierung

Corona-Hilfsmaßnahmen – die neuen Liquiditäts-Booster

Der Staat unterstützt Unternehmen aller Größen, die durch die Coronavirus-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, mit einer Vielzahl von Maßnahmen. Einige wurden angesichts der pandemischen Lage kürzlich bis Ende April 2022 verlängert und zum Teil auch aufgestockt.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzumildern, hat die Bundesregierung seit März 2020 eine Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen aufgelegt. Diese reichen von den direkten Überbrückungshilfen über das Sonderkreditprogramm der staatlichen KfW-Bank bis zu gesetzlichen Änderungen. Bis Ende 2021 wurden allein 55,24 Milliarden Euro KfW-Hilfen und 62,4 Milliarden Euro an direkten Zuschüssen ausgezahlt. Kürzlich wurden einige der Unterstützungsprogramme bis ins Jahr 2022 verlängert und teilweise verbessert. Zum Beispiel werden im KfW-Sonderprogramm Unternehmen künftig mit deutlich höheren maximalen Kreditbeträgen für Kleinbeihilfen unterstützt. Den aktuellen Stand der Hilfsmaßnahmen zeigt unsere Übersicht.

Corona-Hilfsmaßnahmen – was jetzt noch gilt

  • Corona-Überbrückungshilfe (verlängert bis 31.03.2022)

    Noch bis zum 30. April 2022 können Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufler bis zu einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020 sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 die Überbrückungshilfe IV beantragen. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit einem coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent. Diese Unternehmen können auch im Rahmen der Überbrückungshilfe IV weiterhin die Erstattung von Fixkosten erhalten. Zusätzlich können Betriebe, die von der Coronavirus-Pandemie besonders schwer betroffen sind, etwa durch Schließungen, wie bisher einen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss beantragen. Dieses Instrument wurde in der Überbrückungshilfe IV weiter verbessert. Nun können auch insbesondere Unternehmen, die von der Absage von Advents- und Weihnachtsmärkten betroffen sind – etwa Schausteller, Marktleute und private Veranstalter –, eine erweiterte Förderung erhalten.

     

    Auch die Neustarthilfe Plus für Soloselbstständige wurde über das Jahresende 2021 hinaus verlängert. Mit der Neustarthilfe 2022 können Soloselbstständige für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 pro Monat bis zu 1.500 Euro an direkten Zuschüssen erhalten, insgesamt für den verlängerten Förderzeitraum also bis zu 4.500 Euro.

     

    Die Antragstellung kann wie gehabt über die Plattform ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de erfolgen.

     

    Auch weiterhin gibt es zudem Förderangebote der Bundesländer.

  • KfW-Sonderprogramm (verlängert bis 30.04.2022)

    Noch bis zum 30.04.2022 können Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die durch die Coronavirus-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind, Kredite aus der KfW-Corona-Hilfe beantragen. Folgende Kredite stehen zur Auswahl:

     

    Die Antragstellung erfolgt in allen Fällen bei der Hausbank. Die Postbank bietet Geschäftskunden auf ihrer Homepage die Möglichkeit, unverbindlich den ihnen durch die Coronavirus-Krise entstandenen Liquiditäts- beziehungsweise Kapitalbedarf zu ermitteln. Dafür steht als unverbindliches Serviceangebot ein praktischer Finanzierungsbedarfsrechner zum Download bereit. Des Weiteren können Interessenten mit dem Postbank Finanzierungs-Kompass anhand weniger Angaben den zu ihrem Finanzierungsbedarf passenden Förderkredit aus dem KfW-Sonderprogramm identifizieren und online ihre Kreditanfrage stellen.

     

    Postbank Geschäftskunden erhalten persönliche Beratung zu den Themen Finanzierung, Zahlungsverkehr, Vorsorge und Geldanlage telefonisch im Postbank Geschäftskunden Beratungscenter. Sie erreichen uns Montag bis Samstag von 8.00 bis 21.00 Uhr unter 0228 5500 4400. Auf Wunsch können Sie auch online einen Rückruf vereinbaren.

     

    Als Postbank Firmenkunde wenden Sie sich bei allen Fragen bitte direkt an Ihren Firmenkundenbetreuer.

  • Erweiterte Bürgschaften (verlängert bis 30.04.2022)

    Die Bürgschaftsbanken haben im Zuge der Coronavirus-Pandemie ihre Unterstützung für Unternehmen erweitert. In diesem Rahmen wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

    • die Anhebung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro (bisher 1,25 Millionen Euro),
    • eine höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgschaft sowie
    • verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung der Entscheidungen.

    Die Maßnahmen sollen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die freien Berufe unterstützen. Sofern zur Überbrückung der Coronavirus-Krise Liquiditätshilfen zum Beispiel von der KfW oder den Landesförderinstituten notwendig werden, können die Bürgschaftsbanken diese in Verbindung mit einer Hausbankfinanzierung ermöglichen. Mehr Infos erhalten Sie beim Verband Deutscher Bürgschaftsbanken.

  • Erweiterte Exportkreditgarantien (verlängert bis 31.03.2022)

    Befristet bis zum 31. März 2022 können Exportgeschäfte mit kurzfristigen Zahlungsfristen (bis 24 Monate) auch innerhalb der EU und in bestimmten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden. Damit sollen mögliche Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt aufgefangen werden. Begünstigte Länder sind neben den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA und das Vereinigte Königreich.

  • Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes (verlängert bis 30.06.2022)

    Der WSF stellt Unternehmen branchenübergreifend Hilfen zur Stärkung ihrer Kapitalbasis und zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bereit. Der Fonds hat ein Gesamtvolumen von bis zu 600 Milliarden Euro. Der WSF richtet sich an große Unternehmen und sieht zwei Stabilisierungsinstrumente vor (kombinierte Anwendung möglich):

    • Garantien des Bundes zur Absicherung von Bankkrediten und Kapitalmarktprodukten im Fremdkapitalbereich (Antragsfrist: 30.04.2022). Diese sollen die Refinanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen auf dem Finanzmarkt verbessern.
    • Rekapitalisierungen bis zu 100 Milliarden Euro (Erwerb von nachrangigen Schuldtiteln, Hybridanleihen, Genussrechten, stillen Beteiligungen, Wandelanleihen) oder Erwerb von Anteilen an Unternehmen und die Übernahme sonstiger Bestandteile des Eigenkapitals dieser Unternehmen (befristet bis 30.06.2022).

    Erster Ansprechpartner für Unternehmen, die eine Unterstützung durch den WSF in Anspruch nehmen möchten, ist das Bundeswirtschaftsministerium.

  • Ausbildungsförderung für Unternehmen (verlängert bis Ausbildungsbeginn Februar 2022)

    Die Bundesregierung hat am 24. Juni 2020 das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern” auf den Weg gebracht. Damit sollen Unternehmen, die schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, bei der Aufrechterhaltung ihres Ausbildungsangebotes unterstützt werden. Die Förderung beträgt für Ausbildungsverhältnisse, die im Zeitraum vom 1. Juni 2021 bis 15. Februar 2022 begonnen haben, 4.000 Euro. Für jeden über das frühere Ausbildungsniveau hinaus zusätzlich für das Ausbildungsjahr abgeschlossenen Ausbildungsvertrag erhält das Unternehmen eine Prämie in Höhe von 6.000 Euro.

     

    Zudem gibt es Förderungen für die Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung, für die stärkere Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung für Auszubildende, die ihre Ausbildung bedingt durch die Coronavirus-Krise temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, sowie eine Übernahmeprämie für die Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines Ausbildungsbetriebs. Die Antragstellung erfolgt bei der Bundesagentur für Arbeit.

  • Messeprogramm innovative KMU (bis 31.12.2022)

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert die Teilnahme kleiner und mittlerer innovativer Unternehmen an ausgesuchten internationalen Leitmessen in Deutschland. Förderfähig sind rechtlich selbstständige Unternehmen, die Produkte, Verfahren und Dienstleistungen neu entwickelt oder wesentlich verbessert haben. Gefördert werden die Ausgaben für Standmiete und Standbau in Höhe von 40 Prozent bis zu einer Gesamtsumme von 12.500 Euro pro Aussteller und Messe. Die Antragstellung muss bis spätestens acht Wochen vor Messebeginn beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erfolgen. Die Messeliste für das Jahr 2022 finden Sie ebenfalls auf der Internetseite des BAFA.

Der Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 24.01.2022

  • Bildnachweise

    Aufmacher: iStockphoto (instamatics)

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