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Corona aktuell

Welche Hilfen jetzt noch möglich sind

Der Staat unterstützt Unternehmen, die durch die Coronavirus-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, mit einer Vielzahl von Maßnahmen. Welche noch länger gelten und welche bald ablaufen, zeigt unser Überblick.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzumildern, hat die Bundesregierung seit März 2020 eine Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen aufgelegt. Diese reichen von finanziellen Soforthilfen über Notkredite der staatlichen KfW-Bank bis zu gesetzlichen Änderungen. Gut zu wissen: Einige Maßnahmen sind kürzlich verlängert worden.

Corona-Hilfsmaßnahmen – was jetzt noch gilt

  • Außerordentliche Wirtschaftshilfe (für November und Dezember 2020)

    Die Antragsfristen für die außerordentliche Wirtschaftshilfe für die Monate November und Dezember 2020 wurde im Januar 2021 bis zum 30. April 2021 verlängert. Sie ergänzt das Überbrückungsgeld II der Bundesregierung. Sie unterstützt Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen, die von den Corona-Einschränkungen im November und Dezember 2020 direkt oder indirekt betroffen sind. Als indirekt betroffen gelten Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen. Damit das Geld schnell bei den Betroffenen ankommt, werden seit Ende November Abschlagszahlungen gewährt.

     

    Pro Woche der Schließungen werden Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November beziehungsweise Dezember 2019 gewährt. Unternehmen können wählen, auf welchen Beihilferahmen sie ihren Antrag stützen. Seit dem 5. Februar 2021 sind aufgrund einer neuen beihilferechtlichen Schadensausgleichsregelung keine Verlustnachweise mehr erforderlich, stattdessen können auch entgangene Gewinne berücksichtigt werden. Weitere Spielräume ergeben sich zudem durch die Erhöhung der Förderhöchstgrenzen auf 1,8 Millionen Euro beim Kleinbeihilferahmen beziehungsweise 10 Millionen Euro beim Fixkostenhilferahmen.

     

    Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 beziehungsweise Dezember den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Bei Antragsberechtigten, die ihre Geschäftstätigkeit nach dem 31. Oktober 2019 aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der durchschnittliche Wochenumsatz im Oktober 2020 oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit Gründung gewählt werden. Für Restaurants, die Speisen im Außerhausverkauf anbieten, gelten Sonderregelungen. Alle Details finden Sie hier.

     

    Anträge für die außerordentliche Wirtschaftshilfe müssen über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer erfolgen. Ausnahme: Soloselbständige können die Hilfe bis zu einer Höhe von 5.000 Euro direkt beantragen, sofern sie bisher noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben. Zwingend erforderlich für die Authentifizierung im Direktantrag ist ein ELSTER-Zertifikat, das über das ELSTER-Portal beantragt werden muss.

  • Corona-Überbrückungshilfe (verlängert bis 30.06.2021)

    Kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler, die von April bis August 2020 UND im Förderzeitraum September bis Dezember 2020 hohe coronabedingte Umsatzeinbußen hatten, konnten bis zum 31. März 2021 rückwirkend die Corona-Überbrückungshilfe II des Bundes für die Monate September, Oktober und Dezember 2020 beantragen. Noch bis einschließlich 31. Mai 2021 können Änderungsanträge gestellt werden. Eine Korrektur der Kontoverbindung ist bis zum 30. Juni 2021 möglich.

     

    Noch bis zum 30. Juni 2021 können Unternehmen, Soloselbständige, und Freiberufler bis zu einem Jahresumsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020 sowie gemeinnützige Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen die  Überbrückungshilfe III beantragen. Die Umsatzgrenze gilt nicht für vom Lockdown betroffene Unternehmen des Einzelhandels, der Veranstaltungs- und Kulturbranche, der Hotellerie, der Gastronomie und der Pyrotechnikbranche, die von Schließungsanordnungen auf Grundlage eines Bund-Länder-Beschlusses betroffen sind sowie für Unternehmen des Großhandels und der Reisebranche.

     

    Voraussetzung für die Zahlung der Überbrückungshilfe sind Corona-bedingte Umsatzeinbrüche von mindestens 30 Prozent in jedem Monat, für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird. Maßgeblich für den Vergleich ist der Referenzmonat im Jahr 2019. Für Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet wurden, gelten besondere Vorschriften. Unternehmen, die November- und/ oder Dezemberhilfe erhalten, sind für diese Monate nicht antragsberechtigt. Der Förderzeitraum umfasst die Monate November 2020 bis Juni 2021.

     

    Die Höhe der Überbrückungshilfe richtet sich nach den betrieblichen Fixkosten. Pro Monat sind bis zu 1,5 Millionen Euro pro Monat Betriebskostenerstattung möglich (verbundene Unternehmen bis zu 3 Millionen Euro). Dabei gelten die Obergrenzen des europäischen Beihilferechts. Nach den Beihilfevorschriften sind derzeit insgesamt maximal 4 Millionen Euro an staatlichen Hilfen pro Unternehmen über die Kleinbeihilfe- und Fixkostenregelung möglich. Gut zu wissen: Erstattungsfähig sind in Höhe von bis zu 20.000 Euro pro Monat auch bauliche Modernisierungs-, Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten (rückwirkend bis März 2020) sowie einmalig bis zu 20.000 Euro Investitionen in die Digitalisierung (z.B. den Aufbau eines Onlineshops oder Eintrittskosten bei großen Plattformen).

     

    Zusatzregelungen gibt es für die Reisebranche, die Kultur- und Veranstaltungsbranche, den stationären Einzelhandel und die Hersteller sowie Großhändler verderblicher Waren und die Gastronomie und Zierpflanzenerzeuger sowie die pyrotechnische Industrie.

     

    Soloselbständige aller Wirtschaftszweige, die im Zeitraum Januar bis Juni 2021 Corona-bedingt hohe Umsatzeinbußen verzeichnen, aber nur geringe betriebliche Fixkosten haben und daher für die Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe III nicht in Frage kommen, werden mit der Neustarthilfe finanziell unterstützt. Sie erhalten eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 7.500 Euro (bis zu 30.000 Euro als Mehr-Personen-Kapitalgesellschaft) für den Zeitraum von Januar 2021 bis Ende Juni 2021.

     

    Auch weiterhin gibt es Förderangebote der Bundesländer. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

  • KfW-Sonderprogramm (verlängert bis 31.12.2021)

    Noch bis zum 31.12.2021 können Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die durch die Coronavirus-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind, Kredite aus der KfW-Corona-Hilfe beantragen. Folgende Kredite stehen zur Auswahl:

     

    Die Antragstellung erfolgt in allen Fällen bei der Hausbank. Die Postbank bietet Geschäftskunden auf ihrer Homepage die Möglichkeit, unverbindlich den ihnen durch die Coronavirus-Krise entstandenen Liquiditäts- beziehungsweise Kapitalbedarf zu ermitteln. Dafür steht als unverbindliches Serviceangebot ein praktischer Finanzierungsbedarfsrechner zum Download bereit. Des Weiteren können Interessenten mit dem Postbank Finanzierungs-Kompass anhand weniger Angaben den zu ihrem Finanzierungsbedarf passenden Förderkredit aus dem KfW-Sonderprogramm identifizieren und online ihre Kreditanfrage stellen.

     

    Postbank Geschäftskunden erhalten persönliche Beratung zu den Themen Finanzierung, Zahlungsverkehr, Vorsorge und Geldanlage telefonisch im Postbank Geschäftskunden Beratungscenter. Sie erreichen uns Montag bis Samstag von 8.00 bis 21.00 Uhr unter 0228 5500 4400. Auf Wunsch können Sie auch online einen Rückruf vereinbaren.

     

    Als Postbank Firmenkunde wenden Sie sich bei allen Fragen bitte direkt an Ihren Firmenkundenbetreuer.

  • Erweiterte Bürgschaften (verlängert bis 30.06.2021)

    Die Bürgschaftsbanken haben im Zuge der Coronavirus-Pandemie ihre Unterstützung für Unternehmen erweitert. In diesem Rahmen wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

    • die Anhebung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro (bisher 1,25 Millionen Euro),
    • eine höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgschaft sowie
    • verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung der Entscheidungen.

    Die Maßnahmen sollen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die freien Berufe unterstützen. Sofern zur Überbrückung der Coronavirus-Krise Liquiditätshilfen zum Beispiel von der KfW oder den Landesförderinstituten notwendig werden, können die Bürgschaftsbanken diese in Verbindung mit einer Hausbankfinanzierung ermöglichen.

  • Erweiterte Exportkreditgarantien (bis 30.06.2021)

    Befristet bis zum 30. Juni 2021 können Exportgeschäfte mit kurzfristigen Zahlungsfristen (bis 24 Monate) auch innerhalb der EU und in bestimmten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden. Damit sollen mögliche Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt aufgefangen werden. Begünstigte Länder sind neben den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA und das Vereinigte Königreich. Die Ausnahmeregelung galt ursprünglich nur bis 31. Dezember 2020. Sie wurde am 13. Oktober 2020 verlängert.

  • Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes (verlängert bis 30.09.2021)

    Der WSF stellt Unternehmen branchenübergreifend Hilfen zur Stärkung ihrer Kapitalbasis und zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bereit. Der Fonds hat ein Gesamtvolumen von bis zu 600 Milliarden Euro.  Der WSF richtet sich an große Unternehmen und sieht zwei Stabilisierungsinstrumente vor (kombinierte Anwendung möglich):

    • Garantien des Bundes zur Absicherung von Bankkrediten und Kapitalmarktprodukten im Fremdkapitalbereich (befristet bis 30.06.2021). Diese sollen die Refinanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen auf dem Finanzmarkt verbessern. Seit dem 21. Oktober 2020 gibt es ergänzend das Instrument „Garantien für Anleihen“.
    • Rekapitalisierungen bis zu 100 Milliarden Euro (Erwerb von nachrangigen Schuldtiteln, Hybridanleihen, Genussrechten, stillen Beteiligungen, Wandelanleihen) oder Erwerb von Anteilen an Unternehmen und die Übernahme sonstiger Bestandteile des Eigenkapitals dieser Unternehmen (befristet bis 30.09.2021).

    Erster Ansprechpartner für Unternehmen, die eine Unterstützung durch den WSF in Anspruch nehmen möchten, ist das Bundeswirtschaftsministerium.

  • Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (bis 30.04.2021)

    Kann eine Kapitalgesellschaft ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht bedienen, ist der Geschäftsführer normalerweise verpflichtet, innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht einzureichen. Diese Insolvenzantragspflicht ist bis zum 30. April 2021 unter bestimmten Bedingungen ausgesetzt.

     

    Voraussetzung für die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist, dass das betroffene Unternehmen bis zum 28. Februar 2021 finanzielle Unterstützung aus einem der Corona-Hilfsprogramme beantragt hat und dass diese zur Beseitigung der Insolvenzreife geeignet ist. Sollte eine Beantragung der Hilfen aus bestimmten Gründen nicht bis zum 28. Februar 2021 möglich sein, kann in Ausnahmefällen auch die Antragsberechtigung bis zu diesem Datum ausreichend sein.

     

    Mit der erneuten Verlängerung der eigentlich Ende 2020 abgelaufenen und dann zunächst bis 31. Januar 2021 verlängerten Frist für die Aussetzung des Insolvenzantrags soll vermieden werden, dass ein Unternehmen allein deshalb einen Insolvenzantrag stellen muss, weil sein Antrag auf öffentliche Hilfen noch nicht bearbeitet wurden.

     

    Bereits seit dem 1. Oktober 2020 gilt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht nur noch für den Insolvenzgrund Überschuldung. Unternehmen, die zahlungsunfähig sind, müssen seitdem wieder Insolvenz beantragen. Als überschuldet gilt ein Unternehmen, wenn sein Vermögen nicht ausreicht, um seine Verbindlichkeiten zu decken. Die Überschuldung des Unternehmens muss nachweislich eine Folge der Coronavirus-Pandemie sein. Dabei gilt: War der Schuldner am 31. Dezember 2019 noch nicht überschuldet, wird vermutet, dass die Insolvenzreife auf den Auswirkungen der Pandemie beruht. Im Zweifel sollten Unternehmer sich hier mit ihrem Rechtsanwalt oder einem Steuerexperten beraten. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Ausbildungsförderung für Unternehmen (verlängert für Ausbildungsbeginn Sommer 2021)

    Die Bundesregierung hat am 24. Juni 2020 das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern” auf den Weg gebracht. Im März 2021 wurde es verlängert und verbessert. Nun sollen auch Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten, die schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, damit bei der Aufrechterhaltung ihres Ausbildungsangebotes unterstützt werden. Die Förderung beträgt für Ausbildungsverhältnisse, die im Zeitraum vom 1. August 2020 bis 15. Februar 2021 begonnen haben, 2.000 Euro. Für jeden über das frühere Ausbildungsniveau hinaus zusätzlich für das Ausbildungsjahr abgeschlossenen Ausbildungsvertrag erhält das Unternehmen eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro. Für das neue Ausbildungsjahr werden ab dem 1. Juni 2021 die Prämien pro Ausbildungsplatz verdoppelt: Von 2000 auf 4000 Euro für Unternehmen, die ihre Ausbildungsquote halten und von 3000 Euro auf 6000 für jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz.

     

    Zudem gibt es Förderungen für die Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung, für die stärkere Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung für Auszubildende, die ihre Ausbildung bedingt durch die Coronavirus-Krise temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, sowie eine Übernahmeprämie für die Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines Ausbildungsbetriebs. Die Antragstellung erfolgt bei der Bundesagentur für Arbeit.

  • Steuerliche Erleichterungen

    Im Rahmen des ersten, zweiten und dritten Corona-Steuerhilfegesetzes wurde von der Bundesregierung eine Vielzahl steuerlicher Erleichterungen beschlossen. Eine aktuelle Übersicht über alle aktuell gültigen steuerlichen Änderungen erhalten Sie beim Bundesfinanzministerium.

Der Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 12.04.2021

  • Bildnachweise

    Aufmachervideo: iStockphoto (riccardokolp)

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